Warum sie in Stadtwerken entstehen – und wann es Zeit ist, sie neu zu denken
Es gibt sie in fast jedem Stadtwerk.
Und in fast jedem Unternehmen, das mit Excel arbeitet.
Diese eine Excel-Liste.
Über Jahre gewachsen.
Immer wieder erweitert.
Wirklich verstanden von genau einer Person.
Man erkennt sie an Sätzen wie:
- „Die Zahl da unten ist da oben schon drin.“
- „Das habe ich damals extra eingebaut.“
- „Die Formel endet hier – den Rest habe ich addiert.“
Das ist kein Vorwurf.
Im Gegenteil: Solche Excel-Listen entstehen aus Verantwortung, Pragmatismus und dem Wunsch, Dinge am Laufen zu halten.
Warum solche Excel-Listen ganz normal sind
Historisch gewachsene Excel-Arbeitsmappen sind kein Zeichen von schlechter Arbeit.
Sie entstehen, weil Anforderungen wachsen:
- neue Auswertungen
- Sonderfälle
- zusätzliche Kennzahlen
- kurzfristige Rückfragen
Excel ist flexibel – und genau das macht es so beliebt.
Das Problem entsteht nicht am Anfang.
Sondern über die Jahre.
Wenn Excel anfängt, Reibung zu erzeugen
Mit der Zeit passiert oft Folgendes:
- Formeln sind nicht mehr durchgängig
- Sonderfälle werden „irgendwo mitgerechnet“
- Logiken sind nicht dokumentiert
- kleine manuelle Schritte schleichen sich ein
- Rückfragen landen immer bei denselben Personen
Excel funktioniert noch –
aber es kostet Zeit, Abstimmung und Konzentration.
Genau hier beginnt das, was wir im letzten Beitrag als
Excel-Reibung beschrieben haben:
Reibung im Controlling, in der Verbrauchsabrechnung, in der Verwaltung.
Ein Praxisbeispiel aus eigener Erfahrung
Auch bei uns war das so.
Vor über zehn Jahren habe ich eine einfache Excel-Liste gebaut –
für eine private Liquiditätsübersicht.
12 Zeilen. Übersichtlich. Zweckklar.
Mit der Zeit kam mehr dazu:
geschäftliche Zahlen, Vertriebskennzahlen, Prognosen, Ziele.
Heute sind daraus über 70 Zeilen geworden.
Eine Datei, die alles können soll – "Die Eierlegende-Woll-Milch-Sau"
und am Ende ehrlicherweise niemandem wirklich hilft.
Nicht, weil sie falsch ist.
Sondern weil sie zu viel Geschichte trägt.
Die entscheidende Frage
Ein einfacher Impuls – für jedes Stadtwerk und jeden Arbeitsplatz:
- Mit welcher Excel-Datei arbeite ich am häufigsten?
- Wann habe ich sie ursprünglich erstellt?
- Würde ich sie heute noch einmal genauso aufbauen?
Wenn die Antwort nicht sofort „Ja“ lautet, ist das kein Fehler.
Sondern ein Hinweis.
Unser Erfahrungswert aus Stadtwerken (40–120 MA)
In dieser Größenordnung sehen wir das besonders häufig:
- Excel hängt an einzelnen Personen
- Auswertungen dauern länger als nötig
- Ad-hoc-Anfragen erzeugen Druck
- Wissen steckt in Dateien, nicht im Team
Und genau hier wird Excel vom Werkzeug zur Reibungsfläche.
Ein ruhiger Praxis-Check
Wenn Sie möchten, können Sie das Thema ganz klein und pragmatisch prüfen:
- kein Projekt
- keine Schulung
- kein Organisationsaufwand
Sondern ein kurzer Praxis-Check, direkt am
Arbeitsplatz:
an einer realen Excel-Datei aus Ihrem Alltag.
Nicht um alles neu zu machen.
Sondern um zu sehen,
wo Reibung entsteht – und wie man sie reduziert. Hier gehts direkt zum Praxis Check für Stadtwerke.
Schöne Grüße
Ralf Greiner
einfach leichter arbeiten.
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